Jahresrückblick 2023: Vieles außer Rand und Wand

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Frieden kann sich nur einstellen, wenn Grenzen nicht ständig neu verhandelt werden müssen. Diesen Satz habe ich neulich aufgeschnappt – seitdem kommt er mir oft in den Sinn. Auch im Kontext meines Jahresrückblicks 2023.

Klare, sichere Grenzen, auf die ich mich verlassen kann, gab es 2023 kaum. Schützende Wände in Form eines sicheren Wohnorts ebenso wenig wie beispielsweise klar umrissene Grenzen bzgl. meiner beruflichen Tätigkeit.

Mitte 2023 wollte ich mich nach einem chaotischen ersten Halbjahr wieder in Balance und „back on track” bringen. So viel vorweg: Das hat nicht wirklich geklappt.

Es war ein verrücktes Jahr. Von außen sichtbar ist nur wenig passiert, aber ruhig war es ganz und gar nicht. Ich wollte Gas geben. Aber scheinbar ohne Gang. Und ohne Auto.

Von Januar bis Dezember fühlte sich mein gesamtes Leben eher an wie eine Achterbahnfahrt. Nicht etwa wie eine, bei der man vor Adrenalin und Freude strotzt und das Leben richtig fühlt.

Eher wie eine, bei der man schon beim Einsteigen ein flaues und mulmiges Gefühl im Magen hat. Mühsames, schwerfälliges und kräftezehrendes Hochruckeln. Dann ganz kurz: Durchatmen, Aussicht genießen. Wow, schön hier!

Bis dann mit einem kräftigen Ruck der Abstieg folgt. Ok, festhalten: Es geht wieder bergab! Wie lang, wie schnell, wie kurvig? Keine Ahnung.

Die Sicht ist versperrt – von den eigenen Haaren, zugekniffenen Augen oder anderen Mitfahrenden. Teilweise so steil, dass es sich schon eher wie runterfallen anfühlt. Auf jeden Fall abenteuerlich, aufwühlend, anstrengend.

Dann ist es geschafft! Unten angekommen. Ohne größere Verletzungen. Puh!

Und schon ertönt es aus den Lautsprechern: „Eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt – einfach sitzen bleiben!“

Kraft tanken, zur Ruhe kommen, ins Gleichgewicht zurück finden? Unmöglich. Jedenfalls für mich. Jedenfalls in 2023.

Erst spät habe ich wirksame Maßnahmen ergriffen, um aus meiner wilden Achterbahnfahrt auszusteigen. Aber irgendwann war mir so übel, dass es einfach sein musste.

Und es wird. Noch dreht sich alles ein bisschen, aber der feste Boden ist in greifbarer Nähe.

Eine gute Gelegenheit, nochmal auf die High- und Lowlights dieses wilden Ritts zurück zu blicken.

Mein Jahresrückblick 2023

Humor ist, wenn man’s trotzdem macht: Mein erstes Youtube-Video

Manchmal kommt in einer Woche wirklich alles zusammen.

Missverständnisse, Termindruck und der alltägliche Wahnsinn – aus verschiedenen Gründen bin ich bis zwei Minuten vor Drehbeginn davon ausgegangen, dass meine Aufzeichnung für den YouTube-Kanal von Workwise nicht an diesem Tag stattfinden wird.

Workwise ist mein Teilzeit-Arbeitgeber, mit dem ich als Talent Sourcerin dem Fachkräftemangel entgegenwirke. Auf dem Foto sieht man den YouTube-Kanal. Dort wird das Video bald zu finden sein.

Nach einem kurzen einführenden Gespräch dann die Überraschung: „Gut, legen wir los!“

Ääääähm, ok…
Also hieß es improvisieren!

So viel vorweg – machen wir uns nichts vor: Da besteht durchaus noch v i e l Optimierungsbedarf! Aber es hat sich gleich doppelt gelohnt: Ich hab es trotz schwieriger Bedingungen einfach gemacht. Und ich hatte trotzdem Spaß (und unser Content-Team meines Wissen nach auch nicht allzu viel Mehraufwand!). Also alle happy würde ich sagen 🙂

Darf’s noch etwas mehr sein? – 430 (!) Webinar-Teilnehmende

Gleiches gilt für eines meiner ersten Webinare, das ich im Namen von Workwise für Jobsuchende hielt. Angekündigt waren 50-60 Teilnehmende. Da musste ich ehrlich gesagt schon mal kurz schlucken. Ein breites Thema. Ein mir noch weitgehend unbekanntes Moderationsteam. Ein Tool, das ich noch nie verwendet hatte. Aber kein Problem, kriegen wir hin!

Ein Tag vor dem Webinar: Technik-Check. “Ah übrigens, die Vermarktung lief doch besser als gedacht. Aktuell sind wir bei knapp 800 Registrierungen – erfahrungsgemäß nimmt rund die Hälfte davon live teil.”

Whaaaat? Das machte die Sache natürlich doch nochmal einen ganzen Batzen größer als erwartet. Und ganz ehrlich: Mein Mutmuskel durfte sich ganz schön strecken, als sich die Teilnehmenden nach und nach im virtuellen Raum einfanden. Und als die Aufzeichnung begann. Und dann nochmal, als wir mit den persönlichen Fragen starteten 😀 Da war was los – bei 430 Teilnehmenden!

Aber was soll ich sagen? Es hat wirklich unfassbar Spaß gemacht und uns erreichte auch viel positives Feedback.

Klar, einiges lief nicht wie geplant. Und schon gar nicht ideal. Ich habe viel mitgenommen, was ich anders und besser machen kann. Und dafür gab es dann bei weiteren Webinaren direkt noch Gelegenheit.

Hier ein Beispiel eines erfreulichen Feedbacks zu einem Webinar mit ebenfalls recht weit gefasstem Thema. Eine glatte 9 von 10 also – damit kann man doch arbeiten 🙂

Und die Moral von der Geschicht: Noch mehr Webinare halten möchte ich!

O’bloggt is (wieder)!

Mein beruflicher Fokus lag in diesem Jahr vor allem auf meiner Workwise-Tätigkeit. Daher war es im Kontext meiner Selbstständigkeit recht still um mich. Mit frisch gestärktem Mutmuskel traute ich mich jedoch auch in diesem Bereich wieder ein paar Schritte Richtung Sichtbarkeit.

Ich wollte so lange schon mal wieder etwas bloggen, aber schob es immer wieder vor mir her:
Erst die neue Website, dann der Online-Kurs und d a n n erst neue Blogartikel.

Dann wurde ich jedoch auf eine Challenge von Judith Peters aufmerksam – und meldete mich direkt an:

So sah das aus, bei Judiths Blogtoberfest 2023!

Quasi nebenbei wurde mein Blog mit meiner Herbst-Bucket-List also endlich wiederbelebt. Und die neue Website kommt eben später.

In dem Zusammenhang gab es direkt auch noch ein kleines Extra-Sahnehäubchen: Die liebe Mim von Still und Sensibel hat den ersten Kommentar auf meinem Blog hinterlassen! Ein kleiner, aber wichtiger Meilenstein für mich, über den ich mich soooo gefreut habe!

Quasi unmittelbar folgte noch ein weiterer Artikel, der schon seit Ewigkeiten fast fertig in einer digitalen Schublade verstaubte.

Es geht um ein Survivalcamp für Delphine im Dschungel.
Jap, richtig gelesen.

Der Anfang war auch hier also endlich gemacht. Und ich habe gemerkt: Ich will endlich wieder mehr schreiben!!!

„Live (and post) like no one is judging“

Und deshalb war da auch noch nicht Schluss: Neben meiner Website reaktivierte ich im Herbst auch noch mein LinkedIn-Profil mit ein paar Beiträgen.

Mein erster Post des Jahres im Oktober 2023

Ja, es ist noch nicht die Regelmäßigkeit, die ich mir wünsche. Und auch thematisch noch nicht ganz ausgereift. Aber der Grundstein ist wieder freigelegt. Schön, dass du wieder sichtbar bist!

Insgesamt habe ich das Gefühl, in den letzten Jahren in einigen Hinsichten deutlich entspannter, selbstbewusster und vielleicht auch lässiger geworden zu sein. Ein Schnappschuss von mir bei LinkedIn aus dem Krankenbett? Kein Problem.

Natürlich zeigt sich das auch außerhalb der virtuellen Welt: So kann ich mittlerweile ganz offen über Herausforderungen sprechen, an denen ich aktuell noch dran bin. Auch über die, bei denen ich selbst nicht so richtig weiß, was ich tun soll. Und das eben nicht nur bei Herzensmenschen und engen Vertrauten, sondern auch mit Menschen, die mir vielleicht (noch?) nicht besonders nahe stehen. Das macht Beziehungen (auch virtuelle!) für mich so viel echter, näher und lebendiger.

Mehr und mehr finde und gehe ich meinen eigenen Weg – online und offline: “Live (and post) like no one is judging!”

Klar, immer gelingt mir das nicht. Aber immer öfter. Und immer besser.

Denn wenn ich eigene valide, sinnvolle und bedeutsame Maßstäbe für mich und mein Leben habe: Was interessiert mich dann das Urteil der anderen – gemessen an ihren eigenen Kriterien?

Aber ich weiß, dass das erst der Anfang ist und das Abenteuer Sichtbarkeit mich da künftig noch ganz schön auf die Probe stellen wird.

Surfbrett für die Informationsflut: Mein Second Brain wächst

Mein „Second Brain“ oder „Personal Knowledge Management System“ – also die Art und Weise, wie ich mich selbst, mein Leben und für mich wichtige Informationen organisiere – nimmt mehr und mehr Form an. Noch ist es zugegebenermaßen eine sehr chaotische Form, auch wenn das auf dem Bild nicht erkennbar ist:

Ein Blick in mein Obsidian. In diesem Tool sieht die Grundstruktur (angelehnt an die des menschlichen Gehirns) immer so aus, auch wenn man wie ich noch recht am Anfang steht.

Aber trotzdem: Stück für Stück trägt es mehr und mehr Früchte. Und genau dafür ist es da: Um Wissen in Wirkung zu verwandeln. Eben Mehrwert zu schaffen. Egal ob in Form von eigenen Verhaltensänderungen, effizienter Projektplanung oder in Form von Online-Kursen, Blogbeiträgen oder Social Media Formaten.

Auch wenn mir das tatsächliche Ernten in diesem Jahr noch nicht ganz so gut gelungen ist wie erhofft, mache ich doch Fortschritte. In diesem Jahr vor allem mit Blick auf die Prozesse, die reine Informationen in echten Mehrwert für mich und andere verwandeln.

Einer meiner Kollegen stellte neulich lachend fest: “Kathrin, wenn man bei dir einen Knopf drückt muss man echt Angst haben, dass was explodiert.”

Das jetzt nicht, aber ich automatisiere eben in meinen persönlichen Workflows immer mehr von dem, was Technologie und Tools besser können als ich und mein eigenes Gehirn. Damit mein Kopf frei ist, für das was er wirklich kann.

Ein leises Flüstern: Vielleicht bin ich doch schon gut genug?!

Zugegebenermaßen haben sich die meisten meiner Muskeln in den letzten Monaten eher zurückgebildet. Aaaaaber immerhin: Einer ist definitiv nochmal kräftig gewachsen.

Die Rede ist von meinem Mutmuskel!

Den trainiere ich auch tatsächlich äußerst regelmäßig. Durch die daraus entstehende, immer weiter zunehmende innere Sicherheit traue ich mir mehr und mehr zu. Ich suche proaktiv nach Herausforderungen, die mich fordern. Auch in den turbulentesten Abschnitten meiner Achterbahnrunde. Ich erlaube mir, Fehler zu machen. Misserfolge in Kauf zu nehmen. Dadurch kann ich höhere Risiken eingehen.

Klar, die Umstände sind vielleicht nicht ideal. Und ja, es kann natürlich auch etwas schief gehen. Aber ich probiere es einfach mal. Anfangen, lernen, verbessern. So einfach geht das.

Ich bin mir bewusst, dass immer mehr geht, man immer mehr tun oder wissen könnte. Aber ich weiß auch, dass ich mein Bestes gebe. Und das reicht. Das ist gut genug. Ich bin gut genug. Auch schon jetzt, hier und heute.

Ich erlaube mir immer öfter einfach zu sein, wie ich bin. Für den Moment bin ich gut genug, und beim nächsten Mal noch ein bisschen besser.

Das mag für einige nicht nach einer besonderen Leistung klingen. Mich persönlich begleitet dieses Thema schon mein Leben lang. Für all die Fortschritte bin ich daher wirklich absolut dankbar, froh und stolz.

Daher auch an dich, liebes 2023: Von Herzen danke für die zahlreichen Möglichkeiten, meine diesbezügliche persönliche Entwicklung der letzten Jahre unter Beweis zu stellen!

Zuhause ist, wo’s WLAN gibt

Irgendwann im Sommer saß ich mit einer neuen Kollegin auf der Dachterrasse. Auf die Frage „Und bei dir so?“ fasste ich meine aktuelle Situation in aller Kürze zusammen. Die Augen wurden immer ungläubiger. Die Reaktion: “Das auch noch? Oh Gott, es stresst mich ja schon total nur zu h ö r e n, was bei dir aktuell alles los ist.”

Ja, dem konnte ich nur zustimmen. Es war und ist auch immer noch eine sehr anstrengende Phase für mich.

Ein Beispiel zu diesem Chaos rund um meine Basis: Mein Umzug im Februar 2023.

Die Küche ist abgeschlagen und auch die restliche Wohnung schon leer.

Danach sollte ein vielversprechender Neuanfang starten, der sich jedoch ganz anders entwickelte als gedacht. Im Sommer folgte dann quasi noch ein weiter Teilumzug. Beide waren aus diversen Gründen extrem anstrengend für mich.

Belohnt wurde das nicht wirklich: Mit wechselnden Ursachen blieb meine Wohnsituation das gesamte Jahr (!) unsicher und unklar. Knapp sechs Monate in 2023 war ich ohne festen Wohnort. Das war keinesfalls nur negativ – ganz im Gegenteil. Natürlich bot es auch Chancen.

Aber eben nicht nur. So fehlte beispielsweise ein Rückzugsort nur für mich. Eine Möglichkeit, sich ins eigene Leben zurückzuziehen. Im Einklang mit den persönlichen Bedürfnissen. Ein eigener Alltag eben. Denn schon rein wörtlich gesprochen war dafür eben weder Raum noch Platz.

Allein dadurch kam vieles zu kurz, was mir wichtig ist und gut tut. Liebgewonnene Gewohnheiten, die unter den Tisch gefallen sind. Destruktive Muster, die ihren Platz eingenommen haben. Was natürlich wiederum auf vielen Ebenen nicht ohne Folgen blieb…

Mein Körper rebelliert

„Oh man, was für ein schlechtes Timing!“ – dachte ich, als ich Anfang Dezember unser legendäres Workwise-Weihnachtsmonatsmeeting krankheitsbedingt absagen musste.

Krank ist nun mal krank. Mein Körper scheint die Ruhe aktuell zu brauchen- dann soll er sie auch bekommen!

Ich ging davon aus, dass ich ein ruhiges Wochenende im Bett verbringe und sich die Sache dann erledigt hat. Von wegen: Mein Körper hatte wohl andere Pläne. Bei Veröffentlichung des Artikels am 20.12. bin ich noch immer am Erholen! Unfassbar, fast 3 Wochen! Ich glaube, noch nie in meinem Leben war ich mit „einfachen Erkältungssymptomen“ so lange u n d zugleich so stark angeschlagen.

In den ersten 20 Tagen des Dezembers ist dieser Artikel wohl das einzige, dass ich zustande gebracht habe. Aber immerhin noch etwas, was ich auf meiner Herbst-Bucket-List abhaken kann. Jippie!

Und der Radiologe so: „Ich hab‘ da was anderes für Sie“

Aber egal wie lange es noch dauert, ich gehe stark davon aus, dass ich mich bald wieder ganz davon erholt habe. Verhältnismäßig ist das ja auch wirklich keine große Sache. Die gab es allerdings 2023 auch: Kurzfristig stand eine schwerwiegende Diagnose im Raum, die sich glücklicherweise aber nicht bestätigte.

“Aber dafür habe ich etwas anderes für Sie” – so der Radiologe: “Einen Bandscheibenvorfall. Beziehungsweise gleich mehrere. Zur besseren Übersichtlichkeit habe ich die Ihnen hier mal durchnummeriert.” Er deutet mit seinem Stift auf einige Punkte auf meinem Röntgenbild.
Na herzlichen Dank auch!

Braucht man ja nun wirklich nicht. Aber ich bin wirklich, wirklich dankbar, dass sich der Anfangsverdacht in Wohlgefallen auflöste und es bei den (zum Glück auch nur leichten Vorfälle) blieb. Und immerhin habe ich aufgrund dieser Untersuchung nun auch eine Erklärung (und damit einen neuen Ansatzpunkt) für meine wirklich schmerzhaften Rückenprobleme.

Erst seit dieser Woche teste ich jetzt dieses Gerät, um meinen Verspannungen noch auf anderen Wegen entgegenzuwirken.

Kleiner Fun Fact: Vermutlich wurden die Vorfälle 2019 ausgelöst, als mich bei meiner zweiten Mexiko-Reise mit meiner Schwester ein enthusiastischer Einheimischer wohl etwas zu herzlich gedrückt hat. Ein wahrhaft unvergessliches Erlebnis also.

Memento Mori und Carpe Diem

Meine eigenen körperlichen Zimperlein aus diesem Jahr waren auch mal wieder eine wertvolle Erinnerung für mich. Eine Erinnerung an die Vergänglichkeit von Körper und Gesundheit. Und damit auch des Lebens.

Seit dem Tod meiner Großmutter sind nun schon 4 Jahre vergangen. Für mich war das damals ein einschneidendes Erlebnis. Wir standen uns mein ganzes Leben lang sehr nahe und in ihren letzten Tagen verbrachte ich nochmal viel intensive Zeit mit ihr (wir haben zum Beispiel eine Pyjama-Party im Krankenhaus veranstaltet 🙂 ). Ich bin unendlich dankbar, für diese und die vielen weiteren unvergesslichen Momente, die ich mit ihr und auch meinen anderen bereits vor längerer Zeit verstorbenen Großeltern erleben durfte. Sie alle haben mich und mein Leben wesentlich beeinflusst.

2019 hielten meine Schwester und ich die Hand unserer Oma, als sie starb. All diese Erfahrungen beeinflussten natürlich auch mich und meine Einstellung. Meinen Blick auf den Tod und eben auch auf das Leben. Ich traf teils drastische Entscheidungen, für die ich bis heute sehr dankbar bin.

Seitdem war ich nicht mehr wirklich mit diesem Thema konfrontiert. Das änderte sich in diesem Jahr: Zum ersten Mal (auf einer unmittelbar persönlichen Ebene) starben Menschen in meinem näheren Umfeld aus der Generation meiner Eltern und auch meiner eigenen. Der Tod einer dieser Personen berührte mich. In Gedanken bin ich oft bei ihr und auch bei ihren Angehörigen.

All das machte mir wieder einmal klar, dass das Leben ein Geschenk ist. Jeder Tag davon. So abgedroschen das klingen mag, so wahr ist es. Wir haben kein Recht auf ein bestimmtes Alter. Oder auf bestimmte Erlebnisse. Irgendwann ist für jede(n) die Zeit gekommen, in der das eigene Leben vollendet wird.

Natürlich ist das nichts Neues. Und w i s s e n tut man das ohnehin. Aber Wissen allein reicht eben nicht. Deshalb schreibe ich es mir für das neue Jahr definitiv wieder groß, fett und bunt auf die Stirn: Es macht überhaupt keinen Sinn, für ferne Ziele die eigene, aktuelle Lebensqualität zu opfern. Beziehungsweise noch besser schreibe ich es mir direkt auf die Hand – da liegt die Hand-lung schließlich direkt näher.

Einfach mal raus von Zuhaus‘

2023 war ich definitiv deutlich weniger im „Freizeit- und Reisestress“ als noch im Vorjahr, Zum Vergleich: 2022 war ich im Schnitt jeden 3. Tag NICHT zu Hause. Verrückt (jaaa, auch die Tatsache, dass ich es abgezählt habe 🙂 ) Das war tatsächlich auch für mich etwas zu viel des Guten – daraus habe ich gelernt.

Trotzdem hatte ich auch in diesem Jahr einige wundervolle Ausflüge und (Kurz-)Urlaube!

Wintereinbruch in den Kitzbühler Alpen im Januar.
Wattwanderung auf die Insel Neuwerk…
… inklusive Übernachtung im Heu in einer Scheune.
Frühmorgendliches Anbaden in bester Gesellschaft im nur 7 Grad kalten Bodensee bei meinem Besuch im wunderschönen Konstanz
Blick auf ein beschauliches kleines Dörfchen in den Niederlanden
Stürmische Zeiten in der Nähe von Workum
Winterliche Idylle am Münchner Olympiasee

„Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein“: Fastenurlaub in Kroatien

Und dann gab es dann noch einen Urlaub der besonderen Art.

Nach meiner ersten Fastenkur des Jahres im März 2023 beschlossen meine Schwester und ich relativ kurzfristig, eine Premiere zu wagen: Zum ersten Mal wollten wir beide gemeinsam fasten. Also zeitlich und räumlich zusammen. Bislang hatten sich maximal ein paar wenige Tage überschnitten, die wir Hunderte Kilometer getrennt voneinander verbrachten – und auch das nur zufällig.

Da meine Schwester zu dieser Zeit durch Albanien reiste, bot sich Kroatien für unser Vorhaben förmlich an. Wir buchten ein Air B’n’B und ab ging die Post. Beziehungsweise erst mal die Anreise:

Meine Schwester war rund 20 Stunden mit dem ÖPNV unterwegs, ich hatte eine rund 11-stündige Autofahrt nahezu ohne Pause hinter mir.

War zugegebenermaßen entspannter, als es sich anhört. Wir waren zwar erschöpft und müde, aber wir freuten uns einfach riesig: Darüber uns zu sehen. Auf unsere erste gemeinsame Fastenerfahrung – und das dann noch in einem Land wie Kroatien, das wirklich viel zu bieten hat!

Hier waren wir bei den Plitvicer Seen – ein farbenfrohes Naturschauspiel!
Was man auf den Fotos allerdings nicht sieht: Die Touristenmassen, die zeitgleich mit uns die Natur bestaunten^^
Bei unserer Rückfahrt wurden wir mit diesem herrlichen Sonnenuntergang verwöhnt.

Wir fasteten tatsächlich volle 10 Tage (plus Entlastungs- und Aufbautage) – für uns beide ein neuer Rekord. Und dann war es so weit: Fastenbrechen – traditionell mit einem Apfel. Aber der Ort war neu 😀

Fastenbrechen ist immer etwas Besonderes, aber am Strand auf jeden Fall nochmal etwas „Meer“ 😀

Nur einen kleinen Wehmutstropfen gab es dieses Mal: Mein Körper brauchte deutlich länger als die letzten Male, um wieder “normal” zu funktionieren. Mein Arzt tippte auf eine fastenbedingte Übersäuerung. Nicht schlimm, nur ein bissen nervig und hartnäckig. Ich werde nächstes Mal besser darauf achten.

Gesamtfazit: Eine unvergessliche Erfahrung mit einem meiner wichtigsten Herzensmenschen! Das Fasten stellt für mich außerdem mittlerweile eine so wertvolle Möglichkeit dar, mich wieder auf das Wesentliche zurückzubesinnen. Zu mir zu kommen. Ballast loszuwerden – emotionalen wie körperlichen. Das konnte ich in diesem Jahr besonders gut gebrauchen.

Die Feste feiern, wie sie (ge)fallen

Auch zu feiern gab es in 2023 so einiges!

Da wären zum Beispiel:

Fasching in Walldürn 🙂
Die Hochzeit eines ehemaligen Mitbewohners von mir: Wenn das kein Grund zum Feiern ist!
Endlich mal wieder in Bremen! Hier mit einem meiner absoluten Lieblingsmenschen auf der Breminale <3
Zumindest kurz habe ich es dieses Jahr auch endlich mal wieder aufs Oktoberfest geschafft. Zum Wohl!
Kölle alaaf: Karnevalsauftakt mit meiner Schwester in Köln

Mit knapp einem Jahr Verspätung: Happy 30th Birthday!

Ein für mich ganz besonderer Mensch ist 2022 30 Jahre alt geworden – wenn das mal kein Grund zum Feiern ist! Und nein, das ist kein Schreibfehler in der Jahreszahl – der Geburtstag war tatsächlich letztes Jahr. Aber da wollen wir jetzt mal nicht kleinlich werden (auch wenn es sich um meine kleine Schwester handelt 🙂 )!

Der Hintergrund: Nicole war um ihren 30. Geburtstag in Südafrika und Indien unterwegs. Meine Familie und ich sammelten Geburtstagsgrüße ihrer Freunde als Video – gratuliert wurde also pünktlich und ausgiebig. Das gemeinsame Feiern kam allerdings aufgrund der Distanz etwas zu kurz. Und ja, eine größere Feier ist nach wie vor geplant (vielleicht sogar in Kombination mit meinem “Corona-30.”), aber eine kleine Überraschung vor ihrem 31. Geburtstag wollten wir uns nicht nehmen lassen.

Überraschung!!

Unsere Mutter backte also traditionsgemäß einen Bärenkuchen, den es seit unserer Kindheit IMMER zu unserem Geburtstag gibt, und wir überraschten Nicole mit einer “Mini-Familien-Party”!

Natürlich dabei: Der Bärenkuchen. Leider erkennt man ihn nicht so gut auf dem Foto.

Und was soll ich sagen? Sie hat sich sooo darüber gefreut!

Was 2023 sonst noch los war

„Natürlich“ habe auch ich einen Bärenkuchen zum Geburtstag bekommen 🙂 Und leckere Mohntorte <3
2023 habe sogar ich mich immer mal wieder aufs Rad geschwungen.
Zum Firmenjubiläum werden bei uns immer die Plätze geschmückt. Richtig süß, oder?
Besuch einiger Weinfeste, die zum Teil mitten in den Weinbergen stattfinden.
Ein paar (Hütten-)Wanderungen durch den (hier schon herbstlichen) Pfälzer Wald. Mit herrlicher Aussicht und wohlschmeckenden Erfrischungen 😀
Tag der offenen Tür im Shaolin-Tempel, den ich beeindruckt und inspiriert verlassen habe. War bestimmt nicht mein letzter Besuch!
Mein Patenkind und seine große Schwester übernachten zum ersten Mal beide zusammen bei mir: Pyjama-Party, Glühwürmchen suchen und Übernachtung im Zelt
Ewig hatte ich das vor mir hergeschoben! Mithilfe der Unterstützung einer lieben Freundin habe ich endlich mal so richtig ausgemistet.
Auf dem Maimarkt in Mannheim wurde meine Muskelmasse ausgemessen. Und zu meiner eigenen Überraschung wurden die bis dato besten Werte aus diesem Jahr gemessen – obwohl die Messe schon einige Tage lief. Und mein Jahr ja eher sportarm war 😀
Aber ein bisschen was geht immer: Der Sommerhitze zum Trotz walken eine Freundin und ich immer mal wieder zum Quatschen durch die Weinberge. Eine wundervolle Alternative zum Kaffee trinken 🙂
Etwas Weiteres ist mir doch auch im Dezember noch gelungen: Plätzchen backen!
Und noch mehr 😀 Bislang habe ich noch kaum welche gegessen, aber das kommt bestimmt noch 🙂
Und ja, auch mit 32 freut man sich noch über einen Adventskalender 🙂

Mein Jahr 2023 in Zahlen

  • Anzahl meiner Notizen in Obsidian: 211 (die meisten aber noch aus 2022; erst im Dezember reaktiviert)
  • Maximale Anzahl an Teilnehmenden in einem Webinar: ca. 430
  • durchschnittliche Anzahl an Wochenstunden in Festanstellung: 20h (2022: 10h, da ich meine Tätigkeit bei Workwise erst zum 1.7. aufnahm)
  • Veröffentlichte Blogartikel: 3
  • Follower bei LinkedIn: 815
Screenshot meiner Meditationsapp. Seit vier Jahren nutze ich dafür täglich Headspace.
Mein Spotify-Jahresrückblick. Demnach habe ich 2023 9419 Minuten lang Inhalte gehört (= 6 Tage) und 984 Songs aus den Genres (deutscher/viraler) Pop, Deutscher Hip-Hop und Rap gestreamt. Zu den Top-Songs gehören nicht gerade klassische Party-Knaller, aber dafür Lieder, auf die ich gerne allein im Wohnzimmer tanze 🙂

Ausblick 2024

Dazu gibt es bald noch ein Update – aktuell bin ich noch in den Planungen. Aber so viel schon mal vorweg:

Mein Motto 2024 lautet sehr wahrscheinlich: Expressing myself: Bring und schrei(b) es hinaus in die Welt!

Kommentare

9 Antworten zu „Jahresrückblick 2023: Vieles außer Rand und Wand“

  1. […] 3 Blogartikel verfassen: 1) Blogtoberfest à la Bucket-List Herbst 2023 ✅2) Monatsrückblick 3) Jahresrückblick 2023 – Vieles außer Rand und Wand ✅4) Survivalcamp für Delphine im Dschungel – Bonus ✅ (dieser Entwurf hat lange genug in der […]

  2. Avatar von Berlinde Schmitt
    Berlinde Schmitt

    Das ist wirklich sehr spannend geschrieben! Auf das 2024 genauso aufregend und spannend wird und du an deiner Bucket-List arbeiten kannst! Und du echt wieder mehr schreiben wirst👆🥰

    1. Avatar von Kathrin Frank
      Kathrin Frank

      Danke dir, Linny – das klingt nach einem guten Plan 🙂 Obwohl 2024 für meinen Geschmack gerne ein kleines bisschen weniger aufregend sein könnte, wenn ich das selbst entscheiden dürfte^^ Aber wir nehmen was kommt 😀

  3. Avatar von Irene Ganz

    Hallo liebe Kathrin, wow…wie toll du das alles so geschrieben hast!!!super! Bist ne richtige Power-Frau 😁
    Deine Eltern u auch Du können/kannst stolz auf Dich sein!!
    Aber gönne dir auch weiterhin immer ein bisschen Ruhe…ich sag als immer, man braucht einfach auch einen gesunden Egoismus im Leben🥰
    Liebe Grüße u frohe Weihnachten 🎄🎁
    und für das Jahr 2024 alles erdenklich Gute, Gesundheit u Erfolg für Dich 🍀
    Herzliche Grüße Alois u Irene

  4. Avatar von Antonia Bracht
    Antonia Bracht

    Mein liebes Häschen! Das ist ja Wahnsinn 😍 ich bin soooo soooo sooo stolz auf dich 🥹 das ist das aufregendste was ich in diesem Jahr gelesen hab😅 und auch wenn es vielleicht noch nicht ganz bergauf geht, hoffe ich dass es das in 2024 wieder tut und du deine Träume und Ziele verwirklichen kannst ❤️

    Der Hasenbau wartet auf Dich ❣️

  5. […] auch in diesem Jahr bei der Jahresrückblog-Challenge von Judith Peters dabei. Entstanden ist ein sehr ehrlicher und persönlicher Blick auf mein Jahr 2023. Das Schreiben selbst aber auch die Rückmeldungen und Kommentare dazu haben mir wieder richtig […]

  6. […] Smart Watch hatte (meine alte ging kaputt) und mein Leben in den letzten Monaten insgesamt etwas außer Rand und Wand geraten ist, ist dieser Vorsatz etwas in den Hintergrund gerückt. Zum Vergleich: Zwischen Oktober […]

  7. Liebe Kathrin,
    vielen Dank für Deinen Blogartikel – er ist sehr schön geschrieben und hat mich sehr berührt.
    Die vielen Gedanken, die auch ich im Kopf habe, die verknüpft werden müssen, um Wirkung zu erzeugen- das geht mir auch so. Inzwischen habe ich eine Wand von Post-Its. Von dem Tool Obsidian habe ich noch nichts gehört- das gucke ich mir mal an.
    Meine beiden Eltern sind 2022 gestorben und das Gefühl der Trauer hat mich immer noch nicht verlassen. Gleichzeitig gibt diese Erfahrung einen Schubser das Leben zu feiern. Ein bittersüßes Gefühl, das Du auch beschreibst.
    Vielen spannende und schöne Erlebnisse für 2024 wünsche ich Dir!
    Imke

  8. Hallo liebe Kathrin,

    so, jetzt habe ich es endlich geschafft, deinen Jahresrückblick zu lesen und mir ging dabei sooo viel durch den Kopf. Gedanklich sortiere ich noch, was ich jetzt hier im Kommentar unterbringen könnte und was nicht – und hoffe, ich vergesse nichts Wichtiges. 😀

    Erst mal: Viiiielen lieben Dank für die namentliche Erwähnung! Es ist mir eine Ehre, dass ich die Erste sein durfte, die bei dir kommentiert hat. 🙂

    Wow, 430 Webinar-Teilnehmende!!! Ich wäre wahrscheinlich gestorben. 😀 Ich finde das richtig bewundernswert und freue mich, dass du so viel Spaß dabei hattest. Offensichtlich ist das Leiten von Webinaren etwas, das dir richtig gut liegt und was dich erfüllt, stimmt’s? Finde ich spitze!

    Deine Wohnsituation war ja wirklich schwierig. Ich hoffe, dass inzwischen diesbezüglich alles gut ist und du einen Ort hast, an dem du dich zurückziehen und „niederlassen“ kannst. Umzüge sind ja immer stressig, aber das, was du beschreibst, klingt noch viel schlimmer als meine Umzugsserie zwischen 2010 und 2014 (4 Umzüge, plus 2009 noch meinem damaligen Freund geholfen, in meine Stadt zu ziehen).

    Der Bärenkuchen ist ja toooooll!!!! 😍 OMG, ich bin verliebt! Das Witzige ist, dass meine Mutter mir ebenfalls noch jedes Jahr denselben Kuchen wie zu meiner Kinderzeit backt: einen Rehrücken, das ist ein Schokokuchen mit Mandelstiften drauf (erinnert an den Rücken eines Rehkitzes). Als kleines Kind konnte ich das Wort „Schokoladenkuchen“ nicht aussprechen und habe stattdessen immer „Gogoladekuchen“ gesagt. Das ist bei uns noch immer ein Insider und meine Mutter backt mir daher immer einen „Gogoladekuchen“ zum Geburtstag. 😀

    Übrigens fand ich das Lied „Flowers“, bzw. das ganze „Endless Summer Vacation“-Album von Miley Cyrus auch richtig gut. Mein Lieblingsalbum von ihr ist aber „Plastic Hearts“. Das habe ich Ende 2020 rauf und runter gehört.

    So, jetzt hab ich ziemlich viel geschrieben … aber eines wollte ich noch loswerden: Du hast einen ganz, ganz tollen Schreibstil, Kathrin. Total bildhaft und mitreißend, gleichzeitig aber auch mit genialem Witz an den richtigen Stellen. Ich bin begeistert! Glaub mir, ich hab einige Jahresrückblicke gelesen, aber deiner gehört zu denen, die am besten geschrieben waren. 🙂

    Ich wünsche dir alles Gute für 2024 und wir lesen uns!

    Alles Liebe,
    Mim ✌️

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