Am 25.8.25 kamen bei der Hauptveranstaltung der Transformationsagentur Rheinland-Pfalz in Mainz all diejenigen zusammen, die Transformation proaktiv gestalten wollen – natürlich konnte ich mir das nicht entgehen lassen!
Weder beruflich noch privat: Wenn du schon länger bei mir mitliest, weißt du vielleicht, dass ich seit Anfang des Jahres als Transformationsbegleiterin in der Südpfalz tätig bin. (Mehr zu meinen persönlichen Überzeugungen findest du auf meiner Über-Mich-Seite.)
Im ganzen Bundesland gibt es zahlreiche weitere TransformationsbegleiterInnen, die Beschäftigte inmitten der aktuell stattfindenden Veränderungen sowie des kontinuierlichen gesellschaftlichen und technologischen Wandels in ihrer beruflichen Entwicklung unterstützen (#transformRLP). Die Transformationsagentur koordiniert uns dabei nicht nur, sondern dient Beschäftigten und Betrieben in RLP als zentraler Ansprechpartner für Fragen rund um den Wandel der Arbeits- und Lebenswelten und unterstützt mit Rat und Tat bei der erfolgreichen Gestaltung von Transformationsprozessen.

So viel zu den Hintergründen. Nun aber zurück zur Veranstaltung im August 2025 und meinen subjektiven Highlights und persönlichen Erkenntnissen (den „offiziellen“ Rückblick findest du übrigens hier).

Begrüßung durch Ministerin Dörte Schall
Dörte Schall, Ministerin für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung, eröffnet die Veranstaltung. Sie erinnert in ihrer Begrüßung an das, wovon auch ich persönlich zutiefst überzeugt bin:

Innovationen jeder Art dienen letztlich immer den Menschen. Und wir sind es auch, für die die Zukunft gemacht wird. Deshalb können wir auch entscheiden, welche Arbeit der Zukunft vor uns liegt und welchen Tätigkeiten wir künftig nachgehen wollen und werden. Wir dürfen und müssen Veränderungen nicht unbeteiligt geschehen lassen, sondern sie selbst als Motor von Transformationsprozessen aktiv gestalten. Denn was im Angesicht der Angst vor aktuellen Veränderungen in der Welt in den Hintergrund gerät, ist laut der Ministerin der Hunger und die Lust auf Veränderungen.
Im Übrigen ist diese Übereinstimmung mit persönlichen Motiven einer der Hauptgründe, warum ich mich überhaupt für die Tätigkeit als Transformationsbegleiterin in RLP entschieden habe: Weil ich glaube, dass wir zunächst als Einzelperson unsere persönlichen Talente identifizieren und beruflich einbringen dürfen. Dadurch beeinflussen wir unser direktes Umfeld (und im Zeitverlauf einen meist wachsenden Wirkungsbereich) und können unsere Gesellschaft in den Dingen voranbringen, die uns persönlich am Herzen liegen und die unsere Welt (zumindest aus subjektiver Sicht) ein Stück besser machen.
Wenn du mehr über das erfahren möchtest, was ich als Person kann, will und glaube, dann schau mal auf meiner Über-Mich-Seite vorbei. Ansonsten kommen wir jetzt wieder zurück zum ChangeLab:
In Mainz teilten sich die Anwesenden nach der Begrüßungsrede in Kleingruppen-Workshops auf. Ich selbst entschied mich als Erstes für den Vortrag „Veränderung als Dauerzustand: Resiliente Betriebe in Zeiten von Multikrisen, digitaler Revolution und Handelskonflikten“.
Resilienz für Einzelpersonen, Teams und Unternehmen
Prof. Dr. Thomas Rigotti, Professor für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der Johannes Gutenberg Universität Mainz, gab eine wissenschaftliche Einordnung des Resilienzkonzepts, bevor Frau Elvin Yilmaz (IHK Rheinhessen) im Kontext von betrieblicher Resilienz über zollpolitische Herausforderungen referierte.

Als Wirtschaftspsychologin (M. Sc.) mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund war insbesondere der erste Teil besonders spannend für mich. Das klassische (weil eben auch sehr eingängige) Bild von einem Knautschball im Zusammenhang mit Resilienz wurde auch in diesem Vortrag bemüht: Sobald der von außen ausgeübte Druck nachlässt bzw. entfernt wird, findet der Ball wieder in seine eigentliche Form vor der Belastung zurück.
Im übertragenen Sinne gelingt es resilienten Systemen (also zum Beispiel Menschen oder Unternehmen), die eigene Funktionsfähigkeit auch unter hoher Belastung zu erhalten oder zumindest zeitnah wiederzuherzustellen. Je nach betrachteter Ebene bezieht sich das laut Prof. Rigotti:
- bei Einzelpersonen auf die mentale Gesundheit
- in Teams auf die Handlungsfähigkeit
- bei Unternehmen auf die Überlebensfähigkeit
Vor allem im unternehmerischen Kontext sind laut dem Redner häufig „hoch frequente Stressoren“ die Regel, was letztlich einfach meint, dass auf eine druck- und stressausübende Situation direkt die nächste folgt – wenn man in den heutigen Zeiten überhaupt von nachgelagerten Situationen („erst das eine, dann das andere“) sprechen kann und nicht vielmehr eine ständige Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Belastungsfaktoren vorherrscht. Der betriebliche Knautschball wird also dauerhaft zusammengedrückt. (Ich glaube im Übrigen, für einige Einzelpersonen gilt das heutzutage aus unterschiedlichen Gründen genauso.)
Außerdem brachte Prof. Rigotti eine Übersicht von Ansatzpunkten organisationaler Resilienz mit, die wertvolle Impulse gibt, aber leider in dem Rahmen nur kurz besprochen wurden (für weiterführende Infos verwies er auf die dargestellte Literatur oder den internationalen Standard ISO 22316):

Frau Yilmaz, Abteilungsleiterin Internationales der IHK Rheinhessen, empfahl Betrieben in Zeiten kontinuierlicher Handelskrisen unter anderem die Überwindung des Silo-Denkens (also zum Beispiel der Optimierung der Ergebnisse des eigenen Teams bzw. der eigenen Abteilung) hin zu ganzheitlichen, strategischen Entscheidungen im Sinne des Gesamtunternehmens. Außerdem betonte sie die Relevanz der Befähigung der Mitarbeitenden durch Weiterbildungen, um einen guten Umgang mit aktuellen Trends sicherzustellen.
(Kurze Werbung in eigener Sache für Beschäftigte in RLP: Weiterbildungs- und Fördermittelberatung sind Teil des Angebots der Transformationsbegleitung – finde hier deinen zuständigen Ansprechpartner!)

In der anschließenden Gruppenarbeit wurden Strategien und Faktoren betrieblicher Resilienz diskutiert, mit denen Unternehmen auch in Zeiten kontinuierlicher Veränderungsprozesse für den Wandel gerüstet sind.
Kommunikation, Führung, Partizipation etc. – und ja, im Endeffekt sind es zwar durchaus wichtige, aber letztlich leere Worthülsen und nichtssagende, ausgelutschte Buzzwords. Diese bittere Erkenntnis durchdrang mich nach dem zwar etwas bissigen, aber durchaus berechtigten Kommentar einer anderen Teilnehmerin und reift seitdem weiter in mir. Denn es stimmt natürlich, dass wir über diese Konzepte seit Jahren (wenn nicht Jahrzehnten) schon sprechen und diskutieren. Und doch bleibt es dabei, dass sowohl Veränderungsprozesse als (zumindest in meinen Augen) auch unternehmerischer Erfolg und individuelle Job-Zufriedenheit im betrieblichen Alltag fast überall (noch?) genau daran scheitern.
Vielleicht gibt uns das nächste Buzzword Künstliche Intelligenz ja die Möglichkeit, künftig an genau diesen Grundlagen zu arbeiten und dadurch Menschen und Unternehmen letztlich zu stärken? Ich weiß es (noch) nicht, aber die (nächste) Zeit wird es zeigen..
Künstliche Intelligenz für Beschäftigte und in Betrieben
In meinem zweiten Vortrag an diesem Tag in Mainz stand das Thema Künstliche Intelligenz im Vordergrund: „KI-Update: Wie Beschäftigte und Betriebe sich auf neueste Entwicklungen einstellen können“.
Input von Beschäftigten der Transformationsagentur RLP
Lukas Martinez von der Transformationsagentur weist auf ein verbreitetes KI-Paradox hin: (Generative) Künstliche Intelligenz werde demnach eher als beste*r FreundIn statt als KollegIn gesehen und aktuell von vielen ausschließlich für private Angelegenheiten (zum Beispiel für Rezepte oder die Gestaltung von Geburtstagskarten) genutzt.
Kristina Stegner – ebenfalls von der Transformationsagentur – legt Betrieben nahe, unbedingt unternehmensweite Rahmenbedingungen zur Nutzung von KI zu schaffen. Aus eigenen internen Erfahrungen leitet sie Best-Practice-Beispiele zur Schaffung von Startbedingungen ab, die aus ihrer Sicht insbesondere die – für mich sehr eingängigen – folgenden beiden Bereiche umfassen sollten: Schaffen von Handlungssicherheit sowie (Weiter-)Entwicklung von Handlungskompetenzen.
Für Handlungssicherheit sorgen
Hier geht es um einen klaren Rahmen, wie zum Beispiel eine zentrale Vorauswahl von KI-gestützten Tools, aber beispielsweise auch die Nutzung einer KI-Charta und KI-Ampel als konkrete Orientierungshilfe für Mitarbeitende im Alltag (siehe Folien 13 und 14 aus dem Vortrag der Transformationsagentur – gesamte Präsentation abrufbar unter diesem Link oder durch Klick auf das Bild).


Handlungskompetenzen (weiter-)entwickeln
Frau Stegner rät, im Zusammenhang mit Handlungskompetenzen vor allem auf kleine, niedrigschwellige und aufgabenorientierte Einheiten zu setzen (Micro-Learning anhand von konkreten Anwendungsbeispielen). Zentral sei es zudem auch, den Mitarbeitenden dafür gewisse Zeitbudgets für diese „Experimente“ und das Lernen einzuräumen.
Darüber hinaus habe sich auch eine zentrale Prompt-Bibliothek bewährt, die Best Practices aus dem Unternehmen sammelt und dadurch sowohl einen noch einfacheren Einstieg als auch einen effizienteren Einsatz ermöglicht.
In beiden Bereichen ist es essenziell, aufgrund der rasanten Entwicklungen schnelle Anpassungen vorzunehmen.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass eine unternehmensspezifische Konkretisierung auf diesen beiden Ebenen (Handlungssicherheit und Handlungskompetenz) nach einer von der Referentin ebenfalls empfohlenen initialen Bestandsaufnahme bei den Mitarbeitenden (u. a. Wer nutzt schon was? Wo werden Potenziale, Herausforderungen sowie Unterstützungsbedarf gesehen?) tatsächlich einen strukturierten und erfolgversprechenden Startpunkt zur Implementierung von KI bietet.
Wie siehst du das? Schreibe deine Gedanken dazu gerne in die Kommentare!
Input von Dr. Jonas P. Metzger – Leiter Mittelstand-Digital Zentrum Kaiserslautern
Eines meiner Highlights des Tages war definitiv der Vortrag von Dr. Jonas Metzger, der sich laut eigener Aussage damit beschäftigt, „Technologien unternehmensverfügbar zu machen“, indem er die Perspektive von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden zusammenführt.
Besonders gut gefallen hat mir das mitgebrachte (und von mir nur sinngemäß erläuterte) Zitat eines Kollegen des Referenten: Wir nutzen so lange den generischen Ausdruck „Künstliche Intelligenz“, bis wir davon einen konkreten Nutzen oder Mehrwert im Alltag haben. Ab diesem Zeitpunkt verwenden wir einen anderen Namen. Als Beispiel nennt der Vortragende das Navigationssystem im Auto, das trotz KI-gestützter Routenplanung einfach nur noch als Navi bezeichnet wird. Wir sprechen dann nicht mehr darüber, weil KI einfach in Lösungen integriert ist und zur Selbstverständlichkeit geworden ist.
Ich kann (noch?) gar nicht genau in Worte fassen, warum mich diese Argumentation so angesprochen hat, aber irgendwie wirkt sie noch in mir nach. Vielleicht wäre genau das auch der wünschenswerte Fall für die oben erwähnten Buzzwords wie gute Kommunikation, Führung und Partizipation?
Der nächste für mich spannende Punkt im Vortrag von Dr. Metzger drehte sich anschließend darum, dass in Zeiten von KI das ureigene Menschliche umso wertvoller wird. Auch diese Auffassung teile ich absolut! Der Referent brachte jedoch nochmal eine für mich neue Facette in diesem Kontext ein: Er untermauerte, dass ChatGPT menschliches Wissen zwar imitieren kann – ersetzbar ist der Mensch dadurch jedoch keinesfalls. Der Referent wies darauf hin, dass Google bereits im Jahr 2002 mit Google Books startete – unter anderem, um originär von Menschen gemachtes Wissen zu sichern. Denn während imitierte – also von einer KI-generierte Inhalte – potenziell unendlich sind, ist das von Menschen entwickelte Wissen eben endlich. Und ist es nicht genau das, was es potenziell wieder so unheimlich wertvoll macht?
Ich persönlich sehe darüber hinaus in der potenziellen „Demokratisierung der Wissensvermittlung“ einen weiteren Vorteil aktueller Entwicklungen rund um generative Künstiliche Intelligenz. Dieser Aspekt war nicht Teil des Vortrags, sondern stellt vielmehr einen kleinen Exkurs in meine persönliche Gedankenwelt dar, die dadurch nochmal in Bewegung gebracht wurde: Während der große Flaschenhals lange Zeit der Zugriff auf Wissen war, scheiterte es im „lnternetzeitalter“ dann vielerorts eher an einer nicht mehr zu überblickenden Flut an Informationen. Große Teile der Bevölkerung entwickelten sich zu wahrlich ausdauernden und gar gierigen Informationskonsumenten (wenngleich dadurch nur in verhältnismäßig wenigen Fällen auch eine Anwendung des Wissens erfolgte).
Durch den Einsatz generativer KI kann nun fast jede*r potenziell zu einem Informationsproduzenten werden (was ja auch bereits an vielen Stellen zu beobachten ist). Natürlich können Inhalte auf diese Weise einfach blind generiert und kopiert werden – was in meinen Augen durchaus eine berechtigte Sorge ist, denn dann erhalten wir statt wertvollem Wissen letztlich auch auf kognitiver/digitaler Ebene weiteren Müll, der unsere Erde vergiftet.
Es kann aber eben auch sein, dass Inhalte zwar KI-gestützt erstellt wurden, aber trotzdem auf eigenen Erfahrungen oder persönlichen Wissensfragmenten beruhen. Für diesen Fall erhoffe ich mir zwei Effekte:
Zum einen, dass ein Stück weit mehr Verantwortung für die zwar mithilfe von KI erstellten, aber eben auch selbst veröffentlichten Inhalte übernommen wird. Denn egal, ob ich als Unternehmen oder als Einzelperson Aussagen oder Content jeglicher Art in die Welt setze: Sofern mein Bild oder mein (Unternehmens-)Name klar erkennbar sind, zeige ich damit Gesicht und Haltung. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen: Das macht durchaus einen Unterschied! Ganz allgemein, aber auch mit Blick auf die Umsetzungsmotivation von öffentlich geteiltem Wissen (#practicewhatyoupreach).
Zum anderen sehe ich dadurch die Chance, dass Wissen und Erfahrungen breiter geteilt werden können. Was im Angesicht von einem vielfach stressauslösenden Überangebot an Informationen vielleicht zunächst nicht unbedingt als Vorteil erscheinen mag, könnte bei einem tieferen Blick zu mehr Verständnis und Interesse über alle Bevölkerungsschichten hinweg führen: Einst waren nur bestens gebildete AkademikerInnen, die Wort und Schrift beherrschten, in der Lage, ihr Wissen weiterzugeben. Später ermöglichten eine höhere Grundbildung sowie neue Kanäle (wie Videos und Podcasts) auch denjenigen Gelegenheit, ihr Wissen mit der (mehr oder weniger breiten Masse) zu teilen, die statt mit dem geschriebenen Wort eher mit Kamerapräsenz oder Stimme punkten konnten. Bislang war jedoch immer eine gewisse „einseitige“ Kompetenz vonnöten – also beispielsweise Kommunikationsstärke sowie Eloquenz und Ausdrucksstärke in Wort und Schrift oder vor der Kamera. Dank generativer KI kommen nun auch Persönlichkeiten zu Wort, deren Stärken eigentlich in anderen Bereichen liegen. Und ich bin sicher: Dadurch wird eine ganz neue Zielgruppe erschlossen, die genau durch das Teilen dieser Perspektive angesprochen und erreicht wird.
Exkurs Ende – nun wieder zurück zum Vortrag von Dr. Metzger in Mainz: Der Redner sprach sich klar dafür aus, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in allen Unternehmen zu erlauben. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten mithilfe von KI erstellte Inhalte aber natürlich immer als solche gekennzeichnet werden.
Anschließend wurden noch die sog. Multiagenten-Systeme angerissen. Von einem KI-Agenten ist dann die Rede, wenn KI nicht durch menschlichen Input getriggert wird (zum Beispiel eine Frage an ChatGPT gestellt wird), sondern selbst zielorientiert „handelt“. Solche KI-Agenten sind kontextsensitiv, „beobachten“ also (zum Beispiel durch Sensoren) ihr Umfeld. Geht also an einem bestimmten Punkt der Produktionslinie das Material aus, erkennt dies der KI-Agent und sorgt selbstständig für Nachschub. Sind mehrere dieser KI-Agenten im Spiel, ist von einem Multiagenten-System die Rede. In diesem Fall versuchen quasi mehrere Agenten bestmöglich ihr Ziel zu erreichen, wobei sich das Gesamtsystem in Echtzeit selbst optimiert: So wird das Material im Beispiel dann von dem Agenten bereitgestellt, der den Mangel am schnellsten beheben kann.
Zu guter Letzt bringt Dr. Metzger noch einen weiteren spannenden Aspekt ein: Demnach handelt es sich bei KI-Projekten in der Regel um Projekte, bei denen anfangs noch nicht klar ist, was am Ende herauskommen wird. Er zieht den Vergleich von Projekten rund um KI mit Risikokapital, bei dem definitionsgemäß mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit mit einem Scheitern zu rechnen ist. Die gleiche Herangehensweise wünscht er sich auch bei KI-Projekten – bei strategischen Entscheidungen, aber auch bei der Bewertung einzelner Mitarbeitenden: Er fordert, dass Mitarbeitende mit solchen Projekten auch scheitern dürfen müssen. Denn wenn mich die Übernahme eines solch risikoreichen Projekts im Falle eines Misserfolgs meine Karriere kostet – wer traut sich dann noch ran? Gleichzeitig brauchen wir diese Learnings laut dem Redner und dürfen die damit verbundene (und in dem Kontext auch unumgehbare) Lernkurve nicht einfach den anderen überlassen – denn sonst verlieren wir auch als Unternehmen schnell den Anschluss.
Dieses Postulat für eine höhere Fehlerkultur im Umgang mit KI (und wenn es nach mir ginge, gerne auch darüber hinaus) bildete einen runden Abschluss für einen impulsreichen Tag in Mainz. Die aktuellen Transformationsprozesse in Wirtschaft, Gesellschaft und der Welt insgesamt bieten sicherlich sowohl zahlreiche Chancen als auch Risiken und Herausforderungen. Es liegt an uns – und damit meine ich jede*n einzelne*n von uns –, die zweifelsohne innewohnenden Chancen für die Gestaltung eines besseren Lebens für uns selbst sowie einer noch lebenswerteren Welt für uns alle zu nutzen. Ich würde sagen: Packen wir es an und legen wir los!
Übrigens: Wie schnell sich das eigene Leben auch ganz ohne weltpolitische Krisen und bahnbrechende Technologien verändern kann, habe ich an diesem Tag übrigens (mal wieder) am eigenen Leib erfahren: Als ich von der Veranstaltung in Mainz zurückkehrte, schwang ich mich aufs Rad und machte mich – erschöpft, aber inspiriert – auf den Heimweg. Dort fand ich dann unseren schwer verletzten Kater Mogli. Sein lebensbedrohlicher Zustand stellte die für uns als selbstverständlich erachteten kleinen und großen Dinge in unserem Alltag von heute auf morgen erstmal völlig auf den Kopf. Im Monatsrückblick August kannst du bei Interesse die ganze Geschichte lesen.





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